Wenn ein Notfall eintritt, sei es durch Ransomware, einen Hardwareausfall oder menschliches Versagen, müssen Unternehmen vollständige Systeme wiederherstellen können und nicht nur einzelne Dateien. Genau dafür gibt es Bare Metal Recovery (BMR). Anders als herkömmliche Wiederherstellungsverfahren, die nur ausgewählte Dateien oder Anwendungen zurückspielen, kann BMR eine komplette Systemumgebung von Grund auf neu aufbauen. Dabei werden neben den Daten auch das Betriebssystem, die Anwendungen und die Konfigurationen wiederhergestellt.
In diesem Beitrag erklären wir, was BMR ist, warum dieses Verfahren wichtig ist, wie es funktioniert und welche Vorteile und Herausforderungen damit verbunden sind. Anschließend zeigen wir, wie Catalogic DPX Bare Metal Recovery für geschäftskritische Umgebungen bereitstellt.
Was ist Bare Metal Recovery (BMR)?
Bare Metal Recovery (BMR) bezeichnet die Wiederherstellung eines vollständigen Systems einschließlich Betriebssystem, Anwendungen und Daten auf einer Maschine ohne vorinstallierte Software. Eine solche Zielmaschine wird auch als Bare Machine bezeichnet. Der Begriff „Bare Metal“ macht deutlich, dass die Wiederherstellung auf Hardware oder einer virtuellen Maschine ohne vorhandenes Betriebssystem oder Middleware erfolgt.
Bei herkömmlichen Backup- und Wiederherstellungsverfahren müssen Betriebssystem und Anwendungen unter Umständen zuerst neu installiert werden, bevor die Benutzerdaten zurückgespielt werden können. BMR stellt dagegen die gesamte Umgebung aus einem einzigen Backup-Image wieder her.
Warum BMR in der modernen IT wichtig ist
Ausfallzeiten können für Unternehmen erhebliche Kosten verursachen. Es ist deshalb selten vertretbar, mehrere Tage mit dem manuellen Neuaufbau eines Systems zu verbringen.
BMR bietet dabei mehrere Vorteile:
- Geschwindigkeit: Vollständige Systeme können innerhalb von Stunden statt Tagen wiederhergestellt werden.
- Konsistenz: Das wiederhergestellte System entspricht seinem Zustand zum Zeitpunkt der Sicherung. Dadurch sinkt das Risiko von Konfigurationsabweichungen.
- Ransomware-Resilienz: In Verbindung mit unveränderlichen Backups lassen sich saubere Systemabbilder wiederherstellen und Risiken bei der Wiederinbetriebnahme reduzieren.
- Flexibilität: Systeme können bei einem Hardwarewechsel auf neue Hardware oder virtuelle Maschinen übertragen werden.
Wie BMR funktioniert
Das Grundprinzip von BMR besteht darin, Backups auf Blockebene oder vollständige Systemabbilder zu erfassen und zu speichern. Diese Backups enthalten:
- Betriebssystemdateien
- Anwendungsdateien und Konfigurationen
- Benutzer- und Anwendungsdaten
- Systemmetadaten wie Boot-Records und Partitionstabellen

Der Wiederherstellungsprozess umfasst üblicherweise folgende Schritte:
- Wiederherstellungsmedium vorbereiten: Die Backup-Software stellt ein bootfähiges Wiederherstellungsmedium bereit.
- Zielmaschine vorbereiten: Ein neuer oder bereinigter Server wird ohne Betriebssystem bereitgestellt.
- Vom Wiederherstellungsmedium starten: Die Maschine startet in die Wiederherstellungsumgebung des Backup-Anbieters.
- Mit dem Backup-Repository verbinden: Die Zugangsdaten für das Repository mit dem benötigten Backup werden angegeben.
- Wiederherstellungspunkt auswählen: Der gewünschte Snapshot wird ausgewählt.
- Systemabbild wiederherstellen: Das vollständige Backup-Image wird auf die Zielmaschine geschrieben.
- System neu starten: Nach Abschluss der Wiederherstellung startet die Maschine in der wiederhergestellten Umgebung.
Anwendungsfälle für BMR
- Disaster Recovery: Nach einem Hardwareausfall, Cyberangriff oder einer Naturkatastrophe bringt BMR Systeme schnell wieder in einen betriebsbereiten Zustand.
- Hardwareaustausch: Ein alter Server kann ohne manuelle Neuinstallation auf neue Hardware migriert werden.
- Virtualisierung und Cloud-Migration: Abbilder physischer Server können in virtuelle Maschinen oder Cloud-Instanzen übertragen werden, sofern die jeweilige Plattform unterstützt wird.
- Labor- und Testumgebungen: Replikate von Produktionssystemen lassen sich für Tests oder Schulungen bereitstellen.
- Spezialisierte physische Systeme: In der Fertigung, Energiewirtschaft oder im Gesundheitswesen können Ausfälle Produktionslinien oder kritische Prozesse stoppen. BMR verkürzt die Wiederherstellung, weil spezialisierte Software nicht von Hand neu installiert werden muss.
Vorteile von BMR
- Zeitersparnis: Die manuelle Neuinstallation von Betriebssystem und Anwendungen entfällt.
- Umfassende Wiederherstellung: Betriebssystem, Anwendungen, Konfigurationen und Daten werden gemeinsam wiederhergestellt.
- Kürzere Ausfallzeiten: Systeme können schneller wieder in den Produktionsbetrieb zurückkehren.
- Weniger Fehler: Manuelle Konfigurationsfehler beim Neuaufbau werden vermieden.
- Vielseitigkeit: BMR eignet sich für Disaster Recovery, Migrationen und den Austausch von Hardware.

Einschränkungen und Herausforderungen
- Hardwareabhängigkeit: Eine Wiederherstellung auf abweichender Hardware erfordert kompatible Treiber und sollte vorab getestet werden.
- Speicherbedarf: Abbilder auf Blockebene sind größer als reine Backups auf Dateiebene.
- Netzwerkgeschwindigkeit: Die Übertragung großer Systemabbilder kann längere Zeit beanspruchen.
- Komplexität: Plattformübergreifende Wiederherstellungen können zusätzliche Werkzeuge oder Treiber erfordern.
- Lizenzierung und Compliance: Einige Anwendungen müssen nach der Wiederherstellung möglicherweise erneut aktiviert oder lizenziert werden.
Entwicklung von BMR
- Virtuelle Bare Metal Recovery: Systemabbilder werden für mehr Flexibilität in virtuellen Maschinen wiederhergestellt.
- Cloudbasierte BMR: Systeme werden für Disaster-Recovery-Szenarien in einer Public-Cloud-Infrastruktur wiederhergestellt.
- BMR mit unveränderlichen Backups: Systemabbilder werden in unveränderlichen Repositories gespeichert.
- Automatisierte und orchestrierte Wiederherstellung: BMR wird in koordinierte Wiederherstellungsabläufe für mehrere Systeme eingebunden.
Wie Catalogic DPX Bare Metal Recovery umsetzt
Catalogic DPX bietet eine datenträgerbasierte Bare-Metal-Recovery-Lösung für Unternehmen, die vollständige Systeme schnell und konsistent wiederherstellen müssen.
Wichtige Funktionen von DPX Bare Metal Recovery
- Block-Backup als Grundlage: DPX erfasst vollständige Systemabbilder mit Betriebssystem, Anwendungen und Daten.
- Bootfähiges Wiederherstellungsmedium: DPX stellt eine ISO-basierte Wiederherstellungsumgebung bereit.
- Geführter Wiederherstellungsprozess: Ein Assistent führt durch die erforderlichen Schritte.
- Snapshotbasierte Wiederherstellung: Das System kann auf den Zustand eines ausgewählten Wiederherstellungspunkts zurückgesetzt werden.
- Vollständige Systemwiederherstellung: Betriebssystem, Systemzustand und Anwendungen werden in einem Ablauf wiederhergestellt.
Wiederherstellungsablauf mit DPX
Der Wiederherstellungsprozess beginnt mit der Vorbereitung der Zielmaschine. Die Hardware muss mit dem ursprünglichen System kompatibel sein, und die Zieldatenträger müssen genügend Kapazität für die wiederherzustellenden Volumes bereitstellen. Anschließend starten Sie das System mit der DPX-BMR-ISO und öffnen den Wiederherstellungsassistenten.
Im Assistenten stellen Sie eine Verbindung zu dem vStor- oder NetApp-Repository her, das die Sicherung enthält. Danach wählen Sie den Knoten, das Volume, den Backup-Job und den gewünschten Snapshot aus. Nach der Prüfung der Auswahl bestätigen Sie das Überschreiben der Zielmedien und starten die Wiederherstellung. Sobald der Vorgang abgeschlossen ist, wird das System neu gestartet und kann geprüft werden, bevor es wieder in den Produktionsbetrieb geht.
Warum DPX BMR für Unternehmensumgebungen geeignet ist
DPX BMR baut auf Catalogics Erfahrung mit Datensicherung und Wiederherstellung auf. Bei unterstützten Workloads stellt die Lösung den vollständigen Systemzustand einschließlich Betriebssystem, Anwendungen und Daten auf kompatibler Ersatzhardware wieder her. Als Speicherziele können vStor- und unterstützte NetApp-Repositories verwendet werden.
BMR ergänzt weitere DPX- und vStor-Funktionen wie Replikation und unveränderliche Wiederherstellungspunkte. Das ist besonders für spezialisierte physische Systeme relevant, deren Betriebssystem, Anwendungen und Konfigurationen bei einem Ausfall gemeinsam wiederhergestellt werden müssen.
Fazit
Bare Metal Recovery ist eine wichtige Wiederherstellungsoption für moderne IT- und OT-Umgebungen. Ob es um einen kritischen Server, eine virtuelle Maschine oder eine spezialisierte Industrie-Workstation geht, BMR stellt neben den Daten auch den vollständigen Systemzustand wieder her.
Catalogic DPX Bare Metal Recovery verbindet Block-Backup-Technologie mit einer geführten Wiederherstellung und flexiblen Speicheroptionen. Unternehmen erhalten damit einen planbaren Weg, vollständige Systeme nach einem schwerwiegenden Ausfall wieder in Betrieb zu nehmen.
Weitere Informationen finden Sie in der DPX-BMR-Dokumentation.
Da LI
Marketing Specialist
Da supports Catalogic Software marketing with content focused on backup, recovery, and data protection solutions.


